MK Schubert

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Schatz, lass uns shoppen!

Schatz, lass uns shoppen – mit diesen Worten kann man unter Umständen ganze Wellen von Gänsehautschüben auslösen. Mann möchte einen Pizza-Ofen kaufen, während Frau sich schon in den Umkleidekabinen sieht. Das Konsum- und Einkaufsverhalten beider Geschlechter steht unter einem ganz eigenen Stern. Dabei wäre es falsch, zu denken, Frauen würden viel lieber oder öfter shoppen gehen als Männer, denn eigentlich ist die Vorliebe bei beiden zu finden. Ein großer Unterschied, Männer fühlen sich vorzugsweise in Bau- und Elektromärkten wohl, während Frauen sich in der Innenstadt bei den unterschiedlichen Boutiquen ausgiebig von der neusten Kollektion inspirieren lassen können.

 

 

Die Menschen sind nach wie vor Jäger und Sammler, denn ein Areal im Gehirn, das zwischen 30000 und 50000 Jahre alt ist, sorgt immer noch dafür, dass die Ware in einem Geschäft Urinstinkte weckt. Der Jäger – in den meisten Fällen der Mann – benötigt ein Festnetz-Telefon, einen Pizza-Ofen oder eine Hose. Studien sehen das Einkaufsverhalten von Männern wie folgt: Er fährt in das Geschäft, das seiner Meinung nach diesen Artikel führt, begutachtet die Ware und erlegt sie, kauft sie also. Weil aber die vermeidliche Ungeduld nicht selten zu Fehlkäufen führt, ist es sinnvoll, sich schon vor dem Marsch ins Geschäft z. B. im Internet über den gewünschten Gegenstand zu informieren. Der Mann wird vom “buyer” zum “shopper”, denn wie sonst liese sich die zeitaufwändige Recherche, das Lesen von Testergebnissen oder das Fachsimpeln mit Freunden über die neuste Entwicklung auf dem Elektromarkt erklären? Frauen sind dagegen empfänglicher für Reize. Neben bestimmten Sammelvorlieben ist unter anderem das Östrogen dafür verantwortlich, dass Rationalität beim weiblichen Einkauf schwer zu finden ist. Man könnte dieses oder jenes ja noch irgendwann benötigen und nimmt es deshalb trotzdem mit, auch, wenn man es gerade eigentlich nicht benötigt. Für Frauen gibt es einen großen Unterschied zwischen Einkaufen und Shopping. Letzteres ist ein Vergnügen, während Erstes eine Pflicht ist. Weil Männer wieder nach Hause zurückkehren möchten, sobald das Festnetz-Telefon erbeutet ist, gehen Frauen gerne mit Freundinnen einkaufen, die ebenso gerne bummeln, wie man selbst.

Damit die Worte “Schatz, lass uns shoppen” nicht zum Albtraum werden, können Kompromisse ganz nützlich sein. Was für den einen eine Wonne ist, wird für den anderen schnell langweilig oder ermüdend und man wünscht sich einen Rollstuhl, weil die Beine nach den unzähligen Kilometern einfach langsam schwer werden. Mann muss nicht gleich einen Rollstuhl mit in das Geschäft nehmen, denn dort sind häufig Sitzgelegenheiten für den Herrn vorhanden. Wenn eine gemeinsame Tour durch Geschäfte, Baumärkte oder Möbelhäuser geplant ist, sollte Rücksichtnahme auf den Partner selbstverständlich sein. Natürlich möchte die Dame am liebsten unzählige Stunden zwischen Röcken, Kleidern und Blusen verbringen, aber er möchte dafür auch belohnt werden. Nachdem er geduldig auch das hundertste Kleid in Augenschein genommen hat, könnte beispielsweise ein Elektromarkt für besänftigenden Ausgleich sorgen. Nun kann der Mann genüsslich seine Kreise um eine Beute ziehen, während Frau den passiven Part übernimmt.

Wissenschaftlich gesehen passen Männer und Frauen beim Thema Shopping nicht zusammen, denn der eine handelt rational und die andere emotional. Viele Frauen gehen bummeln, weil sie sich dabei entspannen können. Für die meisten Männer ist das ziellose Durchwandern der Innenstadt ein unverständlicher Prozess des Geldausgebens. Mit etwas Verständnis für den anderen wird dennoch die gemeinsame Zeit als angenehm empfunden.

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